Die Freie Wählergruppe (FWG) Ludwigshafen nimmt die aktuelle Diskussion um den geplanten Kita-Neubau am Alwin-Mittasch-Park und die angekündigte Menschenkette sehr ernst. Die FWG teilt die Sorge vieler Bürgerinnen und Bürger um den Erhalt dieses wichtigen Grünraums und kritisiert den bisherigen Umgang der Stadtverwaltung mit dem Thema.
Die FWG erkennt den dringenden Bedarf an neuen Kitaplätzen in Ludwigshafen und insbesondere in Friesenheim ausdrücklich an. Familien brauchen verlässliche Betreuungsangebote, und die Stadt steht hier unter erheblichem Druck. Für die Freien Wähler gilt jedoch: Schnelligkeit darf Transparenz, Dialog und Sorgfalt nicht ersetzen.
Seit Monaten liegen verschiedene Vorschläge für alternative Kita-Standorte auf dem Tisch – auch solche, die ohne zusätzliche Eingriffe in den Alwin-Mittasch-Park auskommen würden. Bis heute hat die Verwaltung nach Auffassung der FWG aber nicht nachvollziehbar dargelegt, warum ausgerechnet der Randbereich des Parks der beste oder gar alternativlose Standort sein soll. Wo schlechte Kommunikation herrscht, entsteht Misstrauen – genau das erlebt die FWG derzeit rund um die Planungen am Mittasch-Park.
Inzwischen wurde den Freien Wählern von Seiten der Verantwortlichen zugesichert, dass keiner der alten Bäume im Alwin-Mittasch-Park gefällt werden soll. Die FWG begrüßt diese Zusage ausdrücklich; sie zeigt, dass das Engagement der Bürgerinnen und Bürger Wirkung hat. Trotzdem bleiben aus Sicht der FWG zentrale Fragen offen: Wie genau wird der Baukörper positioniert? Wie groß werden Spielfläche und Außenbereich? Welche zusätzlichen Flächen werden dauerhaft versiegelt? Und wie wird verbindlich ausgeschlossen, dass dies nur der erste Schritt für weitere Bebauung im Park ist? Solange diese Punkte nicht transparent und nachvollziehbar beantwortet werden, bleibt die Sorge bestehen, dass der Park schrittweise an Qualität verliert.
Der Alwin-Mittasch-Park ist laut städtischen Unterlagen ein bedeutsames innerstädtisches Kaltluftentstehungsgebiet und eine wichtige Grün- und Klimaachse für Ludwigshafen-Nord und Teile der Innenstadt – in einer Stadt, die ohnehin zu den am stärksten versiegelten Kommunen Deutschlands zählt. Alte Bäume wirken dort als natürliche Klimaanlagen, spenden Schatten, kühlen durch Verdunstung die Umgebung und verbessern die Luftqualität; zugleich ist der Park ein unverzichtbarer Erholungsraum in einem dicht bebauten Stadtteil.
Für die FWG ist deshalb klar: Sie sagt Ja zum Ausbau der frühkindlichen Bildung und zu zusätzlichen Kitaplätzen in Friesenheim, sie sagt Ja zu modernen Konzepten wie den Smart-Kitas, wenn sie klug in die Stadtstruktur eingebettet werden – aber sie sagt Nein zu einem Vorgehen, bei dem Standortalternativen nur formal geprüft, aber nicht offen und nachvollziehbar diskutiert werden und bei dem die Funktion des Alwin-Mittasch-Parks als Klima- und Erholungsraum unter Druck gerät.
Die FWG erwartet von der Stadtverwaltung, dass alle geprüften Standorte mit ihren Kriterien, Gutachten und Bewertungen offengelegt und die Ergebnisse öffentlich vorgestellt werden, bevor eine endgültige Entscheidung fällt. Der Erhalt der gewachsenen Parkfunktion muss dabei eine klare Leitlinie sein. Nur so kann die Stadtgesellschaft nachvollziehen, warum am Ende welcher Standort gewählt wird – und nur so kann aus wachsendem Misstrauen wieder Vertrauen werden.
Markus Sandmann, Vorsitzender der FWG Ludwigshafen, fasst zusammen: „Wir stellen den Bedarf an neuen Kitaplätzen nicht in Frage. Aber wir erwarten, dass die Stadt offenlegt, welche Alternativen es gibt und nach welchen Maßstäben entschieden wird. Wer den Menschen einen Eingriff am Rand eines so wichtigen Parks zumutet, muss bereit sein, alle Karten auf den Tisch zu legen.“
Dr. Rainer Metz, Fraktionsvorsitzender der FWG im Stadtrat, ergänzt: „Verantwortliche Kommunalpolitik muss Kitabedarf, Klimaschutz und Lebensqualität gemeinsam denken. Dazu gehört, dass wir den Alwin-Mittasch-Park als Klima- und Erholungsinsel für kommende Generationen sichern – und dass wir einen Kita-Standort wählen, der diesem Anspruch gerecht wird.“
Mit freundlichen Grüßen
Markus Sandmann
1. Vorsitzender
FWG-Ludwigshafen