Die anhaltende Hitzewelle mit Temperaturen bis nahe 40 Grad bringt auch die Kitas in Ludwigshafen an ihre Grenzen. Einrichtungen wie die katholische Kita Christ König in Oggersheim sehen sich gezwungen, Öffnungszeiten anzupassen, um Kinder und Beschäftigte zu schützen. Die Fgeien Wähler aus Ludwigshafen stellt sich in dieser Situation klar an die Seite der Träger und der Kita-Teams.
„Wer heute so tut, als würden Kitas aus Bequemlichkeit früher zusperren, blendet die Realität vor Ort komplett aus“, erklärt die FWG-Fraktion im Stadtrat. „Eine Kindertagesstätte mit vielen Gruppenräumen, Funktions- und Nebenräumen herunterzukühlen, ist etwas völlig anderes als ein Einfamilienhaus. Wenn Räume dauerhaft überhitzen, steht der Gesundheitsschutz an erster Stelle – genau dafür tragen Träger und Leitungen Verantwortung.“
Gleichzeitig kritisiert die FWG, dass mit zweierlei Maß gemessen wird: „Wenn an den Schulen ab vormittags Hitzefrei ist, gehört das seit Jahrzehnten zum Alltag – ohne große Aufregung. Wenn eine Kita wegen derselben Temperaturen ihre Betreuungszeit aus Sicherheitsgründen verkürzt, wird schnell skandalisiert und mit Schlagzeilen gearbeitet. Das wird der Verantwortung in den Einrichtungen nicht gerecht.“
Die FWG erinnert daran, dass die aktuelle Situation nicht nur eine Frage der Organisation vor Ort ist, sondern Teil einer strukturellen Schieflage: Die kommunalen Jugendämter und die Kirchen der Pfalz haben in der Landauer Erklärung Anfang Februar gemeinsam vor einer Finanzierungskrise in der Kita-Landschaft gewarnt. Sie fordern vom Land eine deutlich höhere Beteiligung an den Personalkosten, verlässliche Rahmenbedingungen und die konsequente Anwendung des Konnexitätsprinzips.
„Die hohe Politik spricht von ‚kostenloser‘ Betreuung, während Kommunen und freie Träger mit explodierenden Energiepreisen, steigenden Tarifkosten und zusätzlichen gesetzlichen Anforderungen kämpfen“, so die FWG weiter. „Wer Ganztagsansprüche, Inklusion und Qualitätsvorgaben beschließt, muss die Träger auch in die Lage versetzen, diese unter veränderten Klimabedingungen umzusetzen – dazu gehören Investitionen in Hitzeschutz, moderne Gebäude und eine auskömmliche Finanzierung.“
Mit Blick auf die aktuelle Auseinandersetzung um überhitzte Kitas mahnt die FWG einen fairen Umgang an: „Eltern haben verständlicherweise Sorge um ihre Kinder und müssen Beruf und Familie organisieren. Aber einfache Schuldzuweisungen an einzelne Einrichtungen helfen nicht weiter. Wir erwarten von allen Beteiligten – auch von Elternvertretungen –, dass Konflikte nicht über öffentliche Kampagnen, sondern mit kühlem Kopf am Tisch gelöst werden.“
Markus Sandmann
1. Vorsitzender