FWG Ludwigshafen: Sprachstandserhebung ja – aber nicht auf dem Rücken des Kita-Personals –

Bildungsministerium muss zusätzliche Aufgaben endlich mit zusätzlichem Personal hinterlegen.

Die Freie Wählergruppe (FWG) Ludwigshafen kritisiert die neue Praxis des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz, Kita-Träger und -Teams faktisch zur Mitwirkung an der Sprachstandseinschätzung bei der Schulanmeldung zu drängen, ohne dafür zusätzliche Personalkapazitäten oder Finanzmittel bereitzustellen. Gerade im Februar, wenn die Schulanmeldungen stattfinden, kämpfen viele Einrichtungen ohnehin mit krankheitsbedingten Ausfällen und angespannten Personalschlüsseln.

„Wir haben in den Kitas schon heute eine Situation am Limit – das bestätigen Fachkräfteverbände, Studien und die tägliche Praxis in Ludwigshafen gleichermaßen“, betont die FWG-Stadtratsfraktion. „Wer unter diesen Bedingungen zusätzlich Fachkräfte aus den Gruppen abziehen will, ohne einen Personalausgleich zu schaffen, verschärft die Belastung und gefährdet die Qualität der Betreuung.“

Die FWG Ludwigshafen stellt klar: Sprachförderung und frühe Sprachstandserhebungen sind inhaltlich sinnvoll und wichtig. Diese Aufgaben können aber nicht „on top“ auf ein System gepackt werden, das schon jetzt von Personalmangel, steigenden Anforderungen und zunehmenden Ausfällen geprägt ist. Wenn pädagogische Fachkräfte für Sprachstandseinschätzungen eingesetzt werden sollen, müssen diese Stunden refinanziert und zusätzlich zum bestehenden Personalschlüssel bereitgestellt werden.

„Das Bildungsministerium kann nicht einerseits betonen, wie wichtig gute frühkindliche Bildung und Sprachförderung sind, und andererseits die dafür nötigen Ressourcen den Kommunen und Trägern überlassen“, so die FWG. „Wir erwarten eine ehrliche Bestandsaufnahme der Personalsituation in den Kitas und ein klares Konzept, wie zusätzliche Aufgaben auch mit zusätzlichem Personal hinterlegt werden.“

Die FWG Ludwigshafen fordert das Land daher auf,

  • die Mitwirkung der Kitas an der Sprachstandserhebung nur dann zu erwarten, wenn ein verbindlicher Ausgleich für den zusätzlichen Personaleinsatz geschaffen wird,
  • gemeinsam mit Kommunen, Trägern und Fachkräfteverbänden eine realistische Personalbedarfsplanung vorzulegen,
  • und kurzfristig Maßnahmen zu ergreifen, die die Kitas in Grippe- und Infektwellen entlasten, statt sie mit neuen Aufgaben weiter zu überfordern.

„Wer ernsthaft gute Sprachförderung will, muss zuerst für gute Rahmenbedingungen in den Kitas sorgen“, fasst die FWG zusammen. „Dazu gehört, dass jede neue Aufgabe auch mit zusätzlicher Zeit und zusätzlichem Personal unterlegt wird – alles andere ist gegenüber Kindern, Eltern und Fachkräften schlicht unverantwortlich.“

Mit freundlichen Grüßen

Markus Sandmann
1. Vorsitzender der FWG