FWG: Bildungskollaps in RLP nicht mehr wegzudiskutieren!

Als FWG Ludwigshafen sind wir bestürzt über die Aussage des Mainzer Bildungsministeriums im Zusammenhang mit den neuen Nachrichten der Gräfenauschule im Ludwigshafener Hemshof. Das Ministerium sei „überrascht“ über diese Entwicklung, obwohl es behauptet, die Situation stets im Blick zu haben. „Das zeigt eine deutliche Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung und der Realität vor Ort.“, sagt Dr. Rainer Metz.

“Es erstaunt mich zutiefst, dass Parteien, die sowohl auf Bundesebene als auch auf Landesebene regieren, nun mit großem Eifer für die Schaffung zusätzlicher Kita-Plätze werben. Man muss sich fragen, warum in den letzten fünf Jahren in dieser Angelegenheit nur unzureichende Fortschritte gemacht wurden. Im Stadtrat bestehen und bestanden stabile Mehrheiten, die solche Projekte unterstützen würden, doch die Priorität scheint im Baubereich zu liegen. Es ist an der Zeit, dass Taten folgen und nicht nur leere Versprechungen gemacht werden.”, kommentiert Christian Ehlers, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FWG im Stadtrat.

Der Vorsitzende der FWG, Markus Sandmann, fordert ein Umlenken innerhalb des Vorgehens im Bildungsministerium: „Die Verbindung zur Realität scheint verloren gegangen zu sein, und es ist fraglich, ob die „massive Unterstützung“, die angeblich an der Schule angekommen ist, tatsächlich den Bedürfnissen der Schüler entspricht. Es ist unerlässlich, dass das Ministerium die Kritik der verschiedenen Bildungsebenen – vom Verband der Gymnasiallehrer bis hin zu den unzähligen Familien im Land – ernst nimmt und nicht weiterhin die Situation beschönigt.“ Sandmann führt fort: „Die Rolle der Verbände, einschließlich des Kita-Fachkräfteverbands, ist in dieser Diskussion von größter Bedeutung. Sie kennen die wirklich wichtigen Unterstützungspunkte und fordern diese auch ein. Ihre Stimme muss gehört und in die Entscheidungsfindung einbezogen werden, insbesondere wenn es um die beruflichen Perspektiven von Frauen und die Verhinderung eines Bildung-Kollapses geht.“

Als FWG Ludwigshafen appellieren wir direkt an die Bildungsministerin, ihrer Verantwortung gerecht zu werden und entschlossen zu handeln. Die aktuelle Situation an der Gräfenauschule und die breite Kritik von verschiedenen Bildungsebenen erfordern mehr als nur oberflächliche Maßnahmen. Wir fordern Frau Bildungsministerin Hubig auf, eine ehrliche Bestandsaufnahme der Bildungssituation vorzunehmen und in einen konstruktiven Dialog mit allen Beteiligten, einschließlich der Verbände, zu treten.

„Die Rufe nach personellen Veränderungen werden an der Basis immer lauter und scheinen irgendwann unumgänglich, um das Vertrauen in das Bildungssystem in Rheinland-Pfalz wiederherzustellen. Es ist nicht zu akzeptieren, dass die Zukunft unserer Kinder durch Ineffizienz und mangelnde Transparenz gefährdet wird.“, ergänzt der Fraktionsvorsitzende, Dr. Rainer Metz, die Haltung der FWG Ludwigshafen.

Wir erwarten von der Ministerpräsidentin, dass sie die Führung im Bildungsministerium unterstützt und die notwendigen Schritte einleitet, um gemeinsam eine Bildungspolitik zu schaffen, die den tatsächlichen Bedürfnissen der Kinder gerecht wird. „Das ist keine Aufforderung nach einem Rücktritt, es soll wirklich unterstützend wirkend!“, lenkt Sandmann den Fokus auf notwendige Optimierungen im Bildungsministerium.

Die Freien Wähler aus Ludwigshafen wünschen sich eine offene Auseinandersetzung mit den Problemen und eine enge Zusammenarbeit mit den Verbänden. Dies ist der Schlüssel zu einer zukunftsfähigen Bildungspolitik. Die FWG hat sich für eine umfassende Bildungsstrategie in Ludwigshafen bereits ausgesprochen, die folgende Punkte beinhaltet:
• Verbesserung der Bildungsqualität: Investitionen in die ganzheitliche Bildung junger Menschen, um langfristig Sozialausgaben zu reduzieren.
• Unterstützung für Schulen mit spezifischen Herausforderungen: Anpassung der Ressourcen für Schulen mit hohem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund und Flüchtlingsklassen.
• Verbesserung der Lehrer-Schüler-Verhältnisse: Einführung kleinerer Klassen und zwei Lehr- oder pädagogische Kräfte pro Klasse.
• Anerkennung der Herausforderungen großer Städte: Besondere Unterstützung für Grundschulen in großen Städten.
• Rückkehr zur Sprachförderung in Kitas: Wiedereinführung der externen Sprachförderung und Elternbegleitung in Kitas, um den Übergang von Kita zu Schule zu verbessern.
• Verpflichtendes letztes Kita-Jahr: Einführung eines verpflichtenden letzten Kita-Jahres vor der Einschulung, um Chancengleichheit, Integration und sprachliche Grundlagen in Deutsch zu fördern.

Als FWG stehen wir bereit, um diesen Prozess zu unterstützen und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, die langfristige Verbesserungen für alle Bildungseinrichtungen in unserer Stadt bringen.

Beste Grüße

Markus Sandmann
Vorsitzender